„Gehst du durch den Bergwald, so findest du keinen Baum, der nicht leidet. Gehst du durch die Wiese, da ist kein Kraut und Gras, das nicht kämpfen muss.“ Traurig aber wahr – dieses Zitat von Jakob Boßhart spiegelt die Lage der deutschen Wälder wider. Seit Jahrzehnten leiden sie schon unter hohen Schadstoffausstößen aus Verkehr, Industrie und Landwirtschaft. Auch Würzburg ist hier leider nicht ganz unschuldig, das lässt sich beim täglich überfüllten Straßenverkehr nicht leugnen. Doch Würzburg zeigt sich auch als „Freund der Natur“. Allem voran der gemeinnützige Verein „Bergwaldprojekt e.V.“, dessen heutiger Hauptsitz in Würzburg liegt.

 

Alles rund um den Verein

Schutz, Erhalt und Pflege des Waldes – das sind die grundsätzlichen Ziele der Initiative, die 1987 von Wolfgang Lohbeck (Greenpeace Deutschland) und dem Schweizer Förster Renato Ruf im Zusammenhang mit der Waldsterbensdebatte ins Leben gerufen wurde. Der erste deutsche Projekteinsatz fand 1991 in St. Andreasberg im Harz statt. Zwei Jahre später, 1993 wurde der deutsche Verein „Bergwaldprojekt e.V.“ gegründet. Mittlerweile ist das Projekt gewachsen und allein deutschlandweit dieses Jahr an 64 Einsatzorten vertreten. Aber auch die Schweiz, Österreich, Lichtenstein und Spanien sind Heimatländer des Bergwaldprojekts.

 

Wie funktioniert’s?

Zahlreiche Freiwillige finden sich jedes Jahr zusammen, um gemeinsam zu helfen. Mehr als zwei Millionen Bäume wurden seit der Gründung in Deutschland gepflanzt, Hunderte Hektar Wald und Biotope gepflegt, Schutzwälder saniert, Dutzende Hochmoore wiedervernässt usw. Unter der Anleitung von erfahrenen Projektförstern und -försterinnen wird hier gepflanzt, gepflegt und saniert, was das Zeug hält. Doch wie sieht eigentlich so ein typischer Projekttag aus? Hier stehen die Teilnehmer beispielsweise gemeinsam um 6 Uhr morgens auf, frühstücken, waschen sich und brechen anschließend zu den Einsatzorten auf. Nach den Naturschutzarbeiten wird draußen am offenen Feuer zu Mittag gegessen. Am späten Nachmittag kehrt die Gruppe zur Hütte zurück. Jetzt steht vor allem Entspannung, Abendessen und gemütliches Beisammensein an.

 

Einblick in die Arbeit

 

Die Vielfalt an unterschiedlichen Angeboten

Im Angebot stehen Einsatzwochen für Erwachsene, Familienwochen, integrative Wochen mit Menschen mit Behinderung und geflüchteten Menschen, Unternehmenseinsätze (Corporate-Volunteer-Tage) und Waldschulwochen in Kooperation mit Bildungseinrichtungen. Finanziert wird das Projekt durch Fördermitglieder, private Spenden, Förderungen von Stiftungen und Unternehmen sowie Beiträge der Projektpartner. Unternehmen haben beispielsweise die Möglichkeit sich als Kooperationspartner für einzelne Projekte oder Waldschulwochen zu engagieren. An Projektwochen für Erwachsene können Frauen und Männer ab 18 Jahren teilnehmen. Hierzu ist die Teilnahme kostenlos und du benötigst auch keine forstlichen Kenntnisse. Lediglich robuste und warme Arbeitskleidung, feste Bergschuhe, Regenschutz und je nach Unterkunft Schlafsack und Thermoskanne sind empfehlenswert.

 

Auch die Jüngsten kommen nicht zu kurz

Da auch die Kleinen zum Schutz der Natur beitragen dürfen, bietet die Initiative auch sogenannte Familienwochen an, bei denen Eltern mit jüngeren Kindern (von sechs bis zwölf Jahren) teilnehmen können. Während die Erwachsenen zu den Arbeitsflächen mitgehen, werden die Kinder von ausgebildeten Naturpädagogen- und Pädagoginnen betreut und lernen so auf spielerische Weise die Geheimnisse des Waldes kennen.

 

Die Neugierde hat dich gepackt und du möchtest aktiv helfen? Mehr Infos zum Projekt findest du hier.

 

Kategorien: Allgemein

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