Roman Rausch hinterlässt Spuren in Würzburg – Ganz anders als die Tatorte seiner Krimis

Der historische Wert, den die Stadt Würzburg zu bieten hat, bewegte nicht wenige Filmemacher dazu, ihre Zelte bei uns aufzuschlagen. Doch nicht nur in Filmen wurde Würzburg zum Mittelpunkt des Schauspiels gemacht. So verlagert der hier aufgewachsene Roman Rausch gekonnt den Handlungsfokus seiner Krimireihe „Kommissar Kilian ermittelt” in unsere schöne Stadt.

Die Story ─ Wie alles beginnt

Die Geschichte der Krimireihe beginnt mit einem Mord unter dem weltberühmten Deckenfresko von Tiepolo in der Würzburger Residenz. Sofort treten einige mysteriöse Fragen auf, denn die Mordwaffe ist eine seltene Vogelfeder, die früher für Freskenmalerei benutzt wurde. Ein Zufall? Gerade wird das Deckenfresko restauriert. Doch benutzt man heute noch solche Federn für diese Arbeit? Kommissar Kilian und sein launischer Kollege Heinlein haben eine Spur. Kurz zuvor wurde Kilian, ein Mann, der bei der Polizei ganz groß Karriere machte, nach einem verpatzten Auslandseinsatz nach Würzburg versetzt. Wahrscheinlich einer der letzten Orte, an denen er sein wollte. Dort kann er auf die Hilfe des ortsansässigen Polizeibeamten Georg Heinlein nicht verzichten. Doch läuft es mit der Zusammenarbeit zunächst verhalten.

Warum sollten sie diesen Lesespaß nicht verpassen?

In einem unbeschreiblichen Detail portraitiert Rausch den Stereotypen eines Franken. In der Person des Kriminalbeamten Heinlein fasst er die klassisch fränkischen Eigenschaften zusammen: Stur, herkunftsbewusst, örtlich verwurzelt und aufbrausend, wenn etwas nicht nach seinem Willen geht. Und doch immer für eine Überraschung gut. Darüber hinaus sorgen genau diese Klischees für abertausende Szenen, die einfach urkomisch sind. Zum Schießen für jemanden, der mit eben jenen Klischees aufgewachsen ist. „Sich selbst und seine Herkunft auf die Schippe nehmen”, ist hier das Stichwort. Das hat der gebürtige Würzburger geschafft, was es einfach zu einem Genuss macht, diese Krimireihe zu verfolgen.

Es herrscht Krieg!

Übrigens sorgt Heinlein nicht nur in der Zusammenarbeit mit Kommissar Kilian des Öfteren für Schwierigkeiten. Seine Auseinandersetzungen mit seinem bayerischen Vorgesetzten Oberhammer, sind immer für einen Lacher gut. Damit schlägt Rausch die Brücke in die Vergangenheit, denn letztendlich repräsentieren beide Personen die bayerische und fränkische Kultur. Es ist quasi als eine Art Fortsetzung von vergangenen Tagen gedacht, in denen die fränkische Bevölkerung versucht unabhängig zu werden, aber immer wieder unterdrückt wird von bayerischen Monarchen. Doch wird sich die Geschichte wiederholen? — Wer weiß, denn Kommissar Heinlein ist mit allen Wassern gewaschen und hat aus den Fehlern seiner Vorfahren hoffentlich gelernt. Wenn ihr also wissen möchtet, wer in diesen Kämpfen die Oberhand behält und ob Heinlein und Kilian letzten Endes doch noch zusammenarbeiten, dann lest doch einfach selbst. Es wird sich lohnen.

Was zeichnet Roman Rausch als Autor aus?

Nicht nur seine schriftstellerischen Fähigkeiten sollten erwähnt werden, sondern auch sein Durchhaltevermögen. Denn er veröffentlichte seine ersten Romane auf eigene Faust als „Book on Demand“, d.h. ohne Verlag im Hintergrund. Dass das nicht immer leicht war, zeigt die Danksagung an seine Mutter in seinem ersten Buch: „Und schließlich danke ich meiner Mutter, ohne deren unergründliche Stille, Präsenz und Zuversicht ich schon längst alles hingeschmissen hätte.” Durchhaltevermögen zahlt sich bekanntlich immer aus. Letztendlich erhielt er für seine Arbeit 2002 auf der Buchmesse in Leipzig den Autoren-Award im Book on Demand-Bereich.

Roman Rausch wurde 1961 in Würzburg geboren. Er studierte Marketing und Medienwirtschaft, arbeitete lange im Bereich der Medien sowie im Journalismus. Seit 2003 erscheinen seine Bücher u.a. im Rowohlt Verlag. Nach vielen Jahren in Würzburg lebt Rausch heute in Berlin.

Wenn ihr mehr über Roman erfahren wollt, dann schaut doch einfach auf seiner Internetseite: www.romanrausch.eu vorbei. Dort findet ihr Informationen zu aktuellen Projekten und allen seinen Büchern.

 

 

man lights legs silhouette von tookapic (CC0-URL)

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